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Das Freudenstädter Sommertheater 2010 beschäftigt sich in diesem Jahr mit dem Thema "Räuber".
Der Zusammenhang zu den Räubern und Freudenstadt ist schnell hergestellt, wenn man die Figur des "Schönen Fritz" näher beleuchtet.
Der Schöne Fritz
Mit der Figur des "Schönen Fritz", dem Anführer der "Theater-Räuber" haben sich die Autoren einer historischen Figur dieser Gegend genähert.
Michael Friedrich Ludwig Klumpp wurde am 20. Juli 1790 als erstes von neun Kindern geboren. Seine Eltern waren Georg Friedrich Klumpp, (geb. 24.August 1764 in Röt, gest. 11. April 1834 in Besenfeld) Bürger und Metzger in Besenfeld und dessen Frau Anna Maria geb. Schaz (geb.22. Oktober 1769 in Besenfeld, gest. 1. April 1821). Die Eltern waren nicht unvermögend, er genoss eine gute Erziehung, und konnte lesen und schreiben. Nach Ausbildung-, Wanderjahren und seiner Zeit beim Militär, kam er wie berichtet wird „von der Montierung“ (fand nicht mehr in ein geregeltes Leben zurück). Er schloß sich der Räuberbande von Xaver Hohenleiter genannt „schwarzer Veri“ an. Ihr Wirkungskreis war der oberschwäbische Raum. Nach ihrer Gefangennahme erhielt die Bande eine "Zwanzigjährige Zuchthausstrafe, auf eine während der nächsten vier Jahre jedes Mal am 4. April zu vollziehender Züchtigung mit zwanzig Stockstreichen.“ Seine Gefährtin Theresa Jeppler erhielt 2 ½ Jahre Zuchthaus.
Mathias Friedrich Ludwig Klumpp starb am 28. Mai 1827 in der Strafanstalt Gotteszell an Auszehrung. Der Ort seines Begräbnisses ist nicht bekannt.
Einiges über das Leben des Friedrich Michael Klumpp, genannt der "Schöne Fritz"
Der "Schwarze Veri" und seine Bande
Am 23. Februar 1819 trafen Ulrich Hohenleiter und der Vagant Christian Maucher in der Gegend bei Spöck zusammen und acht Tage darauf kamen auch die Gauner Xaver Hohenleiter und Friedrich Klumpp dazu. Die berühmteste Bande, die für einige Monate Oberschwaben unsicher machte, hatte sich formiert. Obwohl der Spuk bereits im Mai beendet wurde, wird von diesen Männern und Frauen heute noch berichtet.
Theresia Jeppler
Gefährtin des schönen Fritz war Theresia Jeppler, die "Posamentierers Resel": oder kurz die Resel" genannt, 30 Jahre alt, war in Triest geboren. Sie war ein Soldatenkind ohne Vermögen, heimatlos und ohne allen Schulunterricht aufgewachsen. Ihre Mutter verlor sie früh und beim Tode ihres Vaters war sie 15 Jahre alt. Schon in diesem jugendlichen Alter zog sie strickend und bettelnd in Bayern, Württemberg und Baden umher, in den letzten 6 Jahren gewöhnlich mit Klump. Sie war eine äußerst gewandte Diebin und besaß infolge ihres langen Wanderlebens eine große Lokalkenntnis in den von ihr durchstreiften Gegenden. Die Resel war mittlerer Größe und besaß ein blasses Gesicht von schönem Oval, das nur durch Blatternarben etwas entstellt war. Sie hatte milde blaue Augen mit denen sie freundlich schauen konnte, durch die blonden Haare trug sie kokett ein Tuch mit weißen und roten Streifen geschlungen.
Der Maler Pflug, der in Biberach mehrere der Bandenmitglieder im Gefängnis skizziert und gemalt hatte, wusste über die Resel zu sagen:
"Sie hätte mit ihrem Aussehen als Modell für Kirchenmaler dienen können!"
Fritz und Theresia © Schwarzwälder Bote vom 4.8.2010
Die Verurteilung des "Schönen Fritz"
"wegen vieler, schon vor seiner Verbindung mit Gaunern in Genossenschaft verübter Diebstähle, hier nächst erfolgter Vereinigung mit einer Gaunerbande und mit dieser unternommener und vollführter Raub- und Diebstahlsverbrechen eine zwanzigjährige Zuchthausstrafe, dazu eine während der nächsten vier Jahre jedes Mal am 4. April zu vollziehender Züchtigung mit zwanzig Stockstreichen und auf Stellung des Angeschuldigten unter strenger polizeilicher Aufsicht nach erstandener Strafe".
Klumpps Gefährtin Theresia Jeppler erhielt 2 ½ Jahre Zuchthaus. Im →Vernehmungsprotokoll erklärt sie sich mit ihrem Strafmaß einverstanden und unterschreibt mit Kreuzen, da sie des Schreibens nicht mächtig ist.
Wahrscheinlich hängt dem Räuberleben immer noch etwas an, was wir guten Bürger niemals haben. Uns noch nie erlaubt haben. Richtige Freiheit, zum Beispiel. Zu Tun und zu Lassen was man gerade will. Sich einfach Freiheiten herausnehmen ohne sich zu fürchten oder schämen zu müssen. Man kann einfach abhauen, wenn es nötig ist.
Insofern rührt das Räuberleben an Tabus. Und das lockt und schreckt zugleich. Das kitzelt.
Ziemliche Gewissenlosigkeit. Die würde allerdings auch dazugehören. Und da wird es schon schwieriger.
Wie sagte doch Rosenberger auf seinem Sterbebett?
"Gewissen? Mein Gewissen ist wie ein Zehntscheuer, die hinten und vorne ein Tor hat."
Ach ja, und die Not nicht zu vergessen.
Die gehört nämlich auch zu einem Räuber.
Ziemlich viel Not sogar. Hunger, Krankheit, Kälte und Angst.
Na dann, - also dann spielen wir ihn doch lieber nur!
Vernehmungsprotokoll der Bande des "Schwarzen Veri"
Text- und Bildquellen: Michael Kendel e-mail:
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Artikel im Schwarzwälder Boten anlässlich des 188. Geburtstages von Michael Friedrich Klumpp, genannt der Schöne Fritz >>
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