Freudenstädter Sommertheater 2009
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Die Frage ist: wieviel KALTES HERZ verträgt das Publikum?

Wohl eine ganze Menge. Denn nach dem Erfolg des KALTEN HERZ 2008 wurde ja schon daran gedacht, das KALTE HERZ zu einer Dauereinrichtung werden zu lassen. Aber wir lassen es nun vorerst ruhen und werden es erst wieder entstauben wenn das 20-jährige Jubiläum ansteht. Wir bitten Sie also, liebe Sommertheater-Besucher, um etwas Geduld...

2009 dieses neue Jahr, das uns so unsichere und schwere Zeiten bescheren soll, glaubt man den Politikern/innen, entführt Sie und uns mit einem neuen Stück in die Mitte des 19. Jahrhunderts. Auch damals unsichere Zeiten. Gab es in der Menschheitsgeschichte je sichere Zeiten? Träume und Sehnsüchte, die gibt es seit es Menschen gibt. "nach Amerika" zum Beispiel. Das ist so ein Traum. "nach Amerika" ist der Titel unseres neuen Stücks.

"I gang nach Amerika!". "Jawoll, des machscht du!"

Peter Höfermayer und Paul Siemt haben nach der Erzählung "Der Viereckig, oder die amerikanische Kiste" von Bertold Auerbach das Textbuch zum diesjährigen Stück geschrieben. Hintergrund der Geschichte bildet die bitterarme Zeit der Auswanderer Mitte des 19. Jahrhunderts. Um dem Jammertal des Schwarzwalds, der Armut in ganz Deutschland zu entfliehen, wurde für die Reise ins neue Land ein hoher Preis bezahlt. Das gesamte Ersparte musste meist herhalten und manchmal sogar das Leben. Gemeinden, auch Freudenstadt, entledigten sich ihrer Armen, indem sie sie nach Amerika verschifften. Auf eine gefährliche Reise ohne Rückkehr. Koste es was es wolle. Denn das war allemal billiger, als die Armen hier in der Heimat durchzufüttern.

"Da gibt's koin mehr wo sagt was Du mache sollscht!" "Da brauchst Du nie mehr in d'Schul! Und Buba hocket da ganza Dag auf de Gäul und reitet im Wald rom! In Amerika!"

Wir freuen uns in diesem Jahr wieder mit Peter Höfermayer zusammenzuarbeiten. Er führt die Regie und ist bekannt für seine Direktheit und sein deftiges Schwäbisch - von der Alb zwar, aber das sei ihm verziehn. Wir, das Ensemble, erwarten wieder mit Spannung wie er es immer aufs Neue schafft dem noch "toten" Text Leben einzuhauchen. Mit "nach Amerika" packen wir ein Stück "düstere" Freudenstädter Stadtgeschichte an, in bewährter Höfermayer'scher Manier, mal schmunzelnd, mal nachdenklich, aber immer schwäbisch hintersinnig.

"Auf dem sein Quadratschädel passt koin Hut. Für so an Dickkopf findescht hier nix. Hier gibt's nur Hüt für schlanke Schädel".

"nach Amerika" wird im Kurhaus und im Kurgarten auf verschiedenen Bühnen im bekannten Stil des Stationen-Theaters aufgeführt. Eine Ausstellung zum Thema "Auswanderung" wird während der Spielzeit in der Mittelhalle des Kurhauses präsentiert.

Tagelang saß er in der Wirtsstube und starrte hinauf auf eine große Tafel an der Wand, worauf ein Schiff schwamm und in großen roten Buchstaben geschrieben war: nach Amerika!